Schwingungen und Klang

Wolfgang Saus, international anerkannter Spezialist für Harmonik/Diphonik und Sänger*, beschreibt Harmonik/Diphonik als:


"...... ein natürliches Schwingungsphänomen, das überall im Kosmos zu finden ist. Mit jeder Schwingung erzeugt die Grundschwingung auch schnellere Schwingungen, die sich überlagern. Das ist ein universelles Schwingungsverhalten der Natur, egal ob es eine Schallwelle ist oder ob es eine Schwingung im atomaren, elektrischen oder auch im kosmischen Bereich ist".


Jeder Klang setzt sich aus einem Grundton und einer unendlichen Anzahl von Obertönen zusammen. Bei der Analyse eines Klangs kann man einen kompletten Akkord aus bis zu mehr als 100 Tönen finden, die alle gleichzeitig erklingen. Diese Töne können mit Hilfe eines Spektrogramms sichtbar gemacht werden.


Pythagoras beschrieb das Prinzip der Schwingungen und Obertöne bereits vor mehr als 2000 Jahren. In seinen Forschungen über das Monochord beschrieb er das Frequenzverhältnis der Obertöne auf exakte mathematische Weise anhand einer einzigen Saite.


Sie können dies am Beispiel einer Gitarrensaite selbst ausprobieren. Wenn wir die ganze Saite in Schwingung versetzen, erklingt der Grundton. Darüber hinaus werden auch die Obertöne oder Harmonischen erklingen. Das bedeutet, dass der Ton auch mitschwingt, was dazu führen würde, wenn wir die Saite halbieren würden, genau hier würde der erste Oberton entstehen, der dann doppelt so schnell schwingt wie der Grundton.


Die Reihe der Obertöne ist theoretisch unbegrenzt und hängt von der Qualität und der Stimmung eines Instruments ab. Je höher die Tonhöhe, desto tiefer die Obertöne.


In der Regel hören wir jedoch keine individuellen Obertöne. Wolfgang Saus** beschreibt, dass unser Gehör eigentlich auf Nuancen spezialisiert ist, denn es kann unterscheiden, ob der gleiche Ton zum Beispiel von einem Klavier oder einer Gitarre kommt. Dies hat mit Oberschwingungen zu tun. Auf beiden Instrumenten erklingen die gleichen Obertöne, aber ihre Lautstärke ist unterschiedlich verteilt.


Unser Gehirn verarbeitet Klangfarben und nicht einzelne Nuancen.


Im Zuge der Entwicklung von Musikinstrumenten hat sich der Instrumentenbau in der westlichen Musikkultur zunehmend auf möglichst klar klingende Instrumente mit genau definierten Grundtönen spezialisiert. Andererseits sind die für die östliche Musikkultur typischen Instrumente oft reich an Obertönen und zeichnen sich eher durch ihre vielfältigen Klangfarben aus.





*Klang-Massage-Therapie 6/2008, S. 58).

**Was sind Nuancen?" Zeitschrift Klang-Massage-Therapie 6/2008, S. 58 ff.

Peter Hess® Klangmassage Ausbildung. Klangmassage I.

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